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FF Matting

Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!

Chronik

Die Vereinsgründung

Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Matting zu beschreiben ist ein schwieriges Unterfangen. Schriftliche Unterlagen über die Gründung sind nicht mehr vorhanden. Als einzige Dokumente, aus dem Rückschlüsse auf die Gründung getätigt werden können, sind folgende:
Aus dem Schreiben der Gemeinde Matting vom 9. Mai 1872 an das königliche Bezirksamt Stadtamhof ist ersichtlich, daß bei einer Gesamt-Gemeindeversammlung, bei der mehr als die Hälfte sämtlicher Gemeindebürger anwesend waren, nachstehender Beschluß gefaßt wurde:
1. Es sei die zweirädrige Druck-Feuerwehrspritze mit Sauger von der Firma Dominikus Kirchmeier in München um den Preis von 250.- Gulden anzuschaffen.
2. Die Kosten hierfür seien durch Umlage aufzubringen und auf zwei Raten zu verteilen.

Man darf annehmen, daß zu dieser Zeit die Freiwillige Feuerwehr Matting gegründet worden ist. Mit einem weiteren Schreiben vom 17.März 1874 an den Verwaltungsrat der Freiwilligen Feuerwehren wurde berichtet, daß die Freiwillige Feuerwehr Matting aus nachstehenden Vereinsmitgliedern bestehe:

Vorstand: Johann Ritzinger Bürgermeister
Hauptmann: Sebastian Berger Weber
Kassier,Schriftwart: Conrad Haerlein Schullehrer
Steiger,Zugführer: Martin Gruber Maurer
Spritzenmeister: Wolfgang Voraus Schmied
Retter , Zugführer: Michael Fröhlich Beigeordneter
und weiteren 34 aktiven und 4 Ehrenmitgliedern.

Weiter wurde in diesem Schreiben berichtet:
Sie legten beim Vorstand das Handgelöbnis ab und waren mit Joppe, Helm, Gurt und den restlichen benötigten Steigrequisiten versehen. Es wurde noch darauf hingewiesen, daß die zweirädrige Saug- und Druckspritze beim Kauf 1872 mit zu wenig Schläuchen ausgerüstet war, und deswegen in keinem Fall den Bedürfnissen entspricht, was namentlich das Saugen betrifft. So wurden 2 Saugschlauchlängen mit Verschraubung, zusammen 4,28m und 2 Hanfschläuche zu 50 bayerischen Fußlängen bei derselben Firma nachbestellt. Die große Zahl der Mitglieder dürfte zu jener Zeit der Gesamtheit der wehrfähigen Mattinger Männer entsprochen haben. Für die weiteren Vereinsjahre sind leider keine Unterlagen mehr auffindbar. So stützen sich die Anfänge der Vereinsgeschichte auf Erzählungen und Überlieferungen der älteren Mitglieder.

Die erste Vereinsfahne

Bei der Anschaffung der ersten Vereinsfahne im Jahre 1900 verzichtete der Verein auf ein größeres Fest. Lediglich die neue Vereinsfahne wurde am Sonntag bei der Frühmesse geweiht. Anschließend nahm der Verein beim Feuerwehrfest mit Fahnenweihe in Dechbetten teil.

alte_fahne

Das folgende Vereinsleben waren hauptsächlich tatkräftige Einsätze bei Bränden im Ort und in den Nachbargemeinden, Einsätze bei Hochwasserkatastrophen und den schrecklichen Eisgängen im Ort. Auch bei den Feuerwehrfesten der umliegenden Ortschaften wurde rege teilgenommen, wie aus den alten Erinnerungsbändern ersichtlich ist.

Die erste neue Spritze

Im Jahre 1914 wurde der Beschluß gefaßt, eine neue, damals moderne 4rädrige Saug- und Druckspritze anzuschaffen. Diese war und ist noch immer der Stolz der ganzen Wehr und der Mattinger Bürger. Bis zur heutigen Zeit ist diese Spritze noch brauchbar und wird bei Veranstalltungen, auch in den Nachbarorten, zu Schauübungen eingesetzt, die großen Anklang bei den Zuschauern finden.

alte_spritze

Die großen Einsätze

Die Freiwillige Feuerwehr Matting und der Ort selbst wurden vom “roten Hahn” in der Zeit der beiden Weltkriege nicht verschont. Die Scheunenbrände 1915 durch Blitzschlag im Anwesen Fröhlich und Ritzinger waren für die Freiwillige Feuerwehr Matting die größten Einsätze. Im Kriegsjahr 1944, beim Brand der Scheune im Anwesen Kammermeier, wurde die Wehr stark gefordert, da zu dieser Zeit zum Großteil Mädchen, Frauen und die älteren Männer die Wehr ersetzen mußten. Als Kommandant fungierte der Kriegsgeschädigte Alois Knittl. Zur Alarmierung bei einem Brand oder Katastrophe innerhalb des Ortes läuteten die Kirchenglocken. Bei Alarmen außerhalb des Ortes wurde die große Kirchenglocke einsetig angeschlagen. Zu Übungen wurde vom Trompeter Josef Rödl das Feuerwehrhorn geblasen.
Im zweiten Weltkrieg ließen 15 Feuerwehrkameraden auf den Schachtfeldern ihr Leben. Es vergingen Jahre, bis die in alle Winde verstreuten Vereinskameraden aus der Kriegsgefangenschaft, geprägt durch Verwundungen, Hunger und Krankheit ihr Heimatdorf erreichten

Die Nachkriegszeit

Ein reges Vereinsleben unter Leitung von Franz Wolf, Vorstand und Bürgermeister, kehrte erst in den 50ger Jahren wieder ein. Für die ersten Nachkriegsjahre wurden Ersatzuniformen und Helme besorgt. 1956 wurde die erste Motorspritze (eine TS 6) angeschafft. Vom Landratsamt Regensburg wurde 1957 in Regenstauf eine Leistungsprüfung abgehalten. Hierzu nahm eine Gruppe unsrer Wehr mit Erfolg teil. Als nach dem Krieg die Zeit für die Vereinsfeste wieder begann, wurde mit voller Begeisterung daran teilgenommen. Die erste Teilnahme war 1949 bei der Freiwilligen Feuerwehr Teugn. Hierzu ist man mit einem festlich geschmückten Pferdewagen gefahren. Bis zum heutigen Tag nahm die Freiwillige Feuerwehr Matting an folgenden Festen als Patenverein teil:
Patenverein_Grasslfing_1953 Patenverein_Oberndorf_1974 Patenverein_Pentling_1980
Patenverein_Grasslfing_1981 Patenverein_Pentling_2005

Die neuere Vereinsgeschichte

Mit den Neuwahlen im März 1966 begann ein neues Kapitel in der Vereinsgeschichte und im Feuerlöschwesen. Sie brachten folgende Vorstandschaft:
1. Vorstand Franz Wolf
1. Kommandant: Josef Heigl
2. Kommandant: Ludwig Vest
Schriftführer: Franz Pfeifer
Kassier: Eduard Stuhlfelder
Die Mitgliederzahl betrug 65 . Die Bestandsaufnahme an Material ergab folgendes:
1 Motorspritze TS 6 ,3 Saugschläuche je 1,5 m, 1 Saugkorb,
1 Verteilerstück, 1 Druckregler, 13 B-Schläuche je 15m, 13 C-Schläuche je 15m, 4 Strahlrohre, 2 Schlauchbrücken, div. Leinen, Pickel und Gurte.

Tragkraftspritzenanhänger mit TS6

Das 100jährige Gründungsfest mit Fahnenweihe

Am Tag unseres großen Festes konnte Festleiter Johann Stuhlfelder 60 Gastvereine, sowie den Patenverein, die Freiwillige Feuerwehr Graßlfing, in unserem festlich geschmückten Matting, bei strahlendem Sonnenschein begrüßen. 1.Kommandant Josef Heigl mitseinem Festausschuß hatten zum guten Gelingen tatkräftig beigetragen. Fahnenmutter Maria Riepl und Fahnenbraut Juliane Kammermeier mit den Festjungfrauen verschönten der Wehr das Jubiläum.

ff_matting_1972
Der Jubelverein mit seinen Festdamen

Die neue Spritze

Am 21.August 1973 wurden in der Vorstandschaftssitzung Überlegungen zum Kauf einer neuen Löschspritze getroffen. 1.Vorstand und Bürgermeister Franz Wolf gab bekannt, daß die Gesamtkosten 13.643,- DM betragen. Die Finanzierung sah wie folgt aus:
Staatszuschuß:         6.092,-DM
Kreiszuschuß:           2.100,-DM
FFW Matting:            2.000,-DM
Gemeinde Matting:    3.551,-DM
Am Sonntag, den 4. November 1973, erhielt die neue TS 8 die kirchliche Weihe durch H.H. Pfarrer Ludwig Eich. Im Mai 1974 wurde von der FFW Zeitlarn ein Feuerwehrauto für 250.- DM gekauft. Die nötigen Reparaturarbeiten übernahmen Anton Lammel und Josef Huber.

Ein Blitzschlag

Am Samstagabend, den 25.Juni 1977 gegen 18.30, wurde die Freiwillige Feuerwehr Matting aus der Feierabendstimmung gerissen, als ein Blitz in die Scheune des Anwesens Adolf Vest einschlug. Sie brannte in sekundenschnelle lichterloh. Gleich darauf ertönte der Feueralarm. Obwohl die Ortsfeuerwehr nach kürzester Zeit an der Brandstelle eintraf, war die Scheune nicht mehr zu retten. Dem Brand fielen die Ernte- und Heuvorräte, sowie die dort untergebrachten 6 Stiere zum Opfer. Als nach ca. 20 Minuten die Nachbarwehren Oberndorf, Graßlfing und Großberg eintrafen, hatte die Ortswehr unter Führung unseres KBM und 1.Kommandanten Josef Heigl den Brand bereits unter Kontrolle. Gegen 23.00 Uhr meldete Josef Heigl “Feuer aus”.

Hoher Ausbildungsstand der FF Matting

Der raschen Fortentwicklung der Feuerwehrtechnik wurde durch Weiterbildung des einzelnen Feuerwehrmannes Rechnung getragen. So legten im Juni 1981 erstmals eine Löschgruppe unserer Wehr das höchste Leistungsabzeichen “Gold-Rot” mit Erfolg ab. An den Fachlehrgängen der Feuerwehrschule Regensburg wurden alle Führungskräfte ausgebildet, um ihr Wissen an die Mannschaften weiterzugeben. Somit ist die Zahl der ausgebildeten Löschgruppen auf 12 gestiegen.
Im Rahmen der Nachwuchswerbung wurde erstmals am 9.September 1979 eine Damenlöschgruppe ausgebildet und legte die Prüfung in Bronze mit Erfolg ab. Die Ausbildung von zwei weiteren Damengruppen wurde in regelmäßigen Abständen durchgeführt.
Im Jahre 1978 legte eine Jugendgruppe aus Matting als eine der ersten der Großgemeinde Pentling ein Jugendleistungsabzeichen mit Erfolg ab.

Unser Feuerwehrauto (TSF) – Ford Trasit

Ein weiterer Fortschritt im technischen Bereich wurde durch Anschaffung eines neuen Löschgruppenfahrzeuges (TSF) im April 1983 erzielt. Dazu mußte das bestehende Feuerwehrgerätehaus erweitert werden.

Unsere Feuerwehr-Gerätehäuser

Einen Aufriß der baulichen Entwicklung der Feuerwehr-Gerätehauses zeigt untenstehende Bildfolge.

Ein Handwerkerzug aus Matting 1933/34 dahinter das Gerätehaus

Das Gerätehaus von 1963-1995

Im Zuge der Dorferneuerung wurde von der Gemeinde Pentling auch das Feuerwehrgerätehaus mit einbezogen. Im Juli 1995 wurde der Neubau mit dem Abbruch des alten Gerätehauses begonnen. Mit ca. 3500 Stunden Eigenleistung wurde das neue Gerätehaus im Mai 1996 fertig gestellt. Die Einweihung fand am 16.Mai 1996 statt. Die kirchliche Weihe erfolgte im Beisein vieler Feuerwehrfunktionäre durch H. H. Pfarrer Bunz.

Das 1996/97 neuerbaute Gerätehaus

Eine besondere Hilfe-Leistung

Im Mai 1988 ist der Ortswehr eine außergewöhnliche Hilfeleistung zuteil geworden. Das Gütermotorschiff “Stubach” von der Reederei DDSG Österreich hat bei der In Matting drohte es unterzugehen und legte am Ufer an. Die FF Matting, Pentling, Graßlfing und Bad Abbach pumten das Wasser aus dem Schiffskörper und bewahrten es vor dem Untergang. Am nächsten Tag wurde die Ladung -Eisenerz für Vöst Linz- mit einem Kranschiff umgeladen und das leere Schiff nach Regensburg zur Reparatur geschleppt.

Zwei verdiente Männer

Zwei Männer, die sich in Matting besonders für das Allgemeinwohl und auch für die Feuerwehr verdient gemacht haben, sollen hier besonders erwähnt werden.

Franz Wolf

Geboren wurde Franz Wolf am 6. Januar 1915 in Matting. Dort besuchte er die Volksschule und bewirtschaftete anschließend ein kleines bäuerliches Anwesen. Von 1948 bis 1951 und von 1.5.1978 bis 16.1.1982 bis zu seinem Tod gehörte er dem Kreistag an. 1956 bis 1960 und 1960 bis 1966, war er aufgestellt, jedoch nicht gewählt worden. Gleichzeitig war er von 1952 bis 1972 Bürgermeister der Gemeinde Matting. Von 1972 bis 1978 war er 1. Bürgermeister der neugebildeten Groß-gemeinde Großberg. Von 1950 bis 1981 war er zusätzlich Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Matting. Für seine großen Verdienste erhielt er das Bundesverdienstkreuz und die Bayerische Staatsmedaille.

Josef Heigl

Josef Heigl wurde am 14. März 1930 in Matting geboren und erlernte nach der Volksschule den Beruf eines Schmiedes. Seine Berufsausbildung schloß er mit der Ablegung des Meisterbriefes ab. Von nun an erledigte er alle Arbeiten, die einen “Dorfschmied” auszeichneten. Trotz dieser vielfachen Auslastung übernahm er 1966 das Amt des 1. Kommandanten der FF Matting. Unter seiner Leitung begann die Ausbildung und die Leistungsprüfungen bei der FF Matting. Im Jahre 1974 wurde er zum Kreisbrandmeister des Bezirkes 10 bestellt. 1981 gab er das Amt des 1. Kommandanten ab und wurde 1. Vorstand des Vereins. Diese beiden Ämter hatte er bis zu seinem Tode am 1. Juni 1984 inne. Für seine Verdienste erhielt er das Deutsche Feuerwehrkreuz in Silber.

Eine sportliche Wehr – Fußballpokalturniere

Dass Feuerwehren nicht nur mit ihren Geräten umzugehen wissen, sondern auch im Sport überzeugen können, beweisen die Wehren aus der Großgemeinde Pentling. Seit dem ersten Pokalturnier 1980 in Gundelshausen/Lohstadt, bei dem die FF Matting 2. Sieger hinter der FF Kapfelberg wurden, findet fast jedes Jahr im Gemeindebereich ein Feuerwehr-Fußball-Turnier statt.
1980 Gundelshausen 2. Sieger
1982 Matting 1. Sieger
1983 Großberg 1. Sieger
Nach dem überraschenden Tod unseres Kreisbrandmeisters, langjährigen 1. Kommandanten und 1. Vorstandes Josef Heigl wurde das Feuerwehrpokalturnier in “Josef-Heigl-Gedächnisturnier” umbenannt und findet seither nur noch in Matting statt.
1985 Josef-Heigl-Gedächtnisturnier 1. Sieger Matting
1987 Josef-Heigl-Gedächtnisturnier 1. Sieger Matting
1993 Josef-Heigl-Gedächtnisturnier 1. Sieger Oberndorf
1996 Josef-Heigl-Gedächtnisturnier 1. Sieger Matting

 

125jähriges Gründungsfest 1997

Das Patenbitten

Das 125-jährige Gründungsfest der FF Matting wirft seine Schatten voraus. Um 16.30 Uhr am 3.Mai 1997 – dem ersten schönen, warmen Tag im Jahr- trafen sich die Festmutter mit ihren 18 Festdamen, der Schirmherr Hr. Bürgermeister Klier und gut 50 Feuerwehrmänner und Feuerwehrdamen am Dorfplatz unter der ‘alten’ Linde, um begleitet von den ‘Hanslberger Musikanten’ nach Pentling zum Patenbitten zu marschieren. Nach der Hälfte der Strecke gönnte man sich eine kurze Einkehr in der ‘Walba’, wo man sich mit einigen Maß Bier stärkte. Am Dorfeingang von Pentling wartete schon der Patenverein mit einer ebenso großen Abordnung und einer Menge Zuschauer. Die drei Sprecher der Mattinger Abordnung, Festmutter Olga Appoltshauser, 1.Kommandant Wolfgang Heigl und 1. Vorstand Max Trübswetter baten dann, auf einem Holzscheit kniend, den Vorstand und den Kommandanten der Pentlinger Wehr um die Übernahme der Patenschaft. Diese liesen sich auch nach einiger Zeit erweichen. Nachdem auch noch ein trennendes Band durchschnitten war, konnte die Patenschaft offiziell besiegelt werden. Begleitet von der Musikkapelle zogen beide Feuerwehren gemeinsam zum Feuerwehrgerätehaus Pentling, um dort die Übernahme der Patenschaft bei Bier und einer Brotzeit und zünftiger Blasmusik zu feiern.

Das Schirmherrnbitten

Vorstand und den Kommandanten der Pentlinger Wehr um die Übernahme der Patenschaft.Diese liesen sich auch nach einiger Zeit erweichen.Nachdem auch noch ein trennendes Band durchschnitten war, konnte die Patenschaft offiziell besiegelt werden. Begleitet von der Musikkapelle zogen beide Feuerwehren gemeinsam zum Feuerwehrgerätehaus Pentling, um dort die Übernahme der Patenschaft bei Bier und einer Brotzeit und zünftiger Blasmusik zu feiern.